Humorvolles aus dem Protokollbuch der Villiper Schiedsmänner
Zur Auftaktveranstaltung und offiziellen Eröffnung der 2. Wachtberger Kulturwoche im hübschen Innenhof der Familie Offergeld in Wachtberg-Villip konnte Bürgermeister Theo Hüffel mehr als hundert Gäste begrüßen. Von 'Menschlich-Allzumenschlichem aus dem Protokollbuch der Villiper Schiedsmänner' erzählte die Historikerin Dr. Barbara Hausmanns (Gemeindearchiv Wachtberg) in ihrem Vortrag am authentischen Ort.
Pressemitteilung der Gemeinde Wachtberg
Im Hause von Renate und Werner Offergeld wirkten die Schiedsmänner Johann Bollig und Carl Werner Offergeld. Einige der schönsten Fälle aus den Jahren zwischen 1879 und 1925, in denen es um Beschimpfungen, Wirthausschlägereien oder um Kündigung ging, hatte Hausmanns recherchiert. Dazu zeigte sie zahlreiche historische Fotos aus Villip, Villiprott und Holzem. Durch einen glücklichen Zufall war das Protokollbuch der Villiper Schiedsmänner vor einiger Zeit in die Hände der Historikerin gelangt. Erstmals stellte sie nun Auszüge daraus der Öffentlichkeit vor.
So hatte ein nur halb geschorenes Mutterschaf, das mit regennassem Fell auf der Weide einfach umgekippt war, den Gutspächter Franz Offergeld ziemlich wütend gemacht. Seinem Zorn auf den Schafhirten Nikolaus Händchen ließ er dann im Januar 1880 bei einem Sühnetermin vor dem Villiper Schiedsmann Johann Bollig auch freien Lauf. Offergeld hatte dem Schafhirten wegen vermeintlicher schlechter Arbeit gekündigt, womit Händchen gar nicht einverstanden war. Und so gelang es auch Bollig nicht, die beiden Streithähne zu versöhnen.
Als die Mitglieder der Studiobühne Wachtberg diese Geschichte als humorvollen Sketch nachspielten, hatten sie die Lacher auf ihrer Seite.
Drei Fälle aus dem Protokollbuch setzten die Mitglieder der Studiobühne Wachtberg in launigen, von Barbara und Ulf Hausmanns geschriebenen Episoden szenisch um. Die humorvollen Einlagen der Schauspieler wurden vom Publikum mit viel Applaus aufgenommen.
(25.08.2008)


